Statement zur Schließung der Valentin Apotheke
Die Nachricht über die Schließung der Valentin Apotheke zum 31. Januar 2026 hat viele Menschen in unserer Gemeinde sehr überraschend getroffen – auch uns in der Gemeindeverwaltung. Erste Hinweise auf mögliche Veränderungen erhielten wir am 19. Januar über eine formale Mitteilung zur Kündigung bestehender Vereinbarungen mit der Gemeinde. Dies führte zu einem prompten Anruf meinerseits. In dem darauffolgenden Telefonat wurde angedeutet, dass es vielleicht eine Nachfolgelösung geben könnte. Konkrete Schritte, eine Information über eine derart zeitige Schließung oder ein verbindlicher Zeitplan lagen uns jedoch nicht vor.
Uns ist bewusst, dass diese Entwicklung für zahlreiche Bürgerinnen und Bürger mit Sorgen verbunden ist. Besonders für ältere Menschen, chronisch Erkrankte und alle, die auf eine wohnortnahe Medikamentenversorgung angewiesen sind, bedeutet das eine spürbare Veränderung im Alltag. Ich selbst beziehe meine Medikamente bereits seit Jahrzehnten über die Valentin Apotheke.
Als Gemeindeverwaltung wissen wir, wie wichtig eine verlässliche medizinische Infrastruktur vor Ort ist. Deshalb unterstützen wir grundsätzlich Betriebe und Geschäfte gerne bei Fragen zur Nachfolge oder Weiterführung. Noch vor Kurzem habe ich mich als Bürgermeister mit der Industrie- und Handelskammer zu genau diesem Thema beraten, da es mir wichtig ist, zu wissen, welche Unterstützungsmaßnahmen den (Klein-) Unternehmen hierbei gezielt helfen.
In dem Fall der Valentin Apotheke erreichte uns die Information über die bevorstehende Schließung jedoch sehr kurzfristig, zu einem Zeitpunkt, an dem wesentliche Entscheidungen offenbar bereits getroffen waren. Unsere Handlungsmöglichkeiten waren dadurch leider stark eingeschränkt.
Jetzt richtet sich unser Blick nach vorn: Entscheidend ist, so schnell wie möglich eine Nachfolge für den Apothekenstandort zu finden. Sollte dies nicht in den nächsten sechs Monaten gelingen, würde eine spätere Wiedereröffnung am selben Ort deutlich komplizierter und mit erheblichen zusätzlichen Auflagen verbunden sein. Unter Anderem gäbe es deutlich strengere Vorschriften für die Genehmigung als Geschäftsräume, sowie eine Vorschrift über den Einbau einer Abluftanlage, welche größere Investitionen mit sich ziehen würden. Das würde eine Nachfolgesuche deutlich erschweren.
Ich werde mich, gemeinsam mit der Gemeindeverwaltung, im Rahmen unserer Möglichkeiten aktiv dafür einsetzen, eine neue Betreiberin oder einen neuen Betreiber zu gewinnen. Parallel dazu werden wir Gespräche mit umliegenden Apotheken führen, um mögliche Übergangslösungen zu prüfen. Unser Ziel ist klar: Wir wollen sicherstellen, dass alle Menschen in Eppertshausen – auch diejenigen ohne eigenes Auto – weiterhin gut mit Medikamenten versorgt werden.
Wir nehmen die Sorgen der Bürgerinnen und Bürger sehr ernst und werden über weitere Entwicklungen informieren.