Mitteilungen des Bürgermeisters am 21.05.2026
Vorsorge für allgemeine Notsituationen
Liebe Einwohnerinnen und Einwohner,
ich möchte Ihnen heute ein ernstes Thema näherbringen. Vorweg: Es geht nicht um Panikmache oder darum, dass unser Land von kriegerischen Auseinandersetzungen bedroht sein könnte. Es geht vielmehr darum, dass in unserer hochtechnisierten und modernen Welt schon relativ einfache Schadenslagen zu enormen Problemen im Alltagsleben führen können.
Wir wurden von mehreren übergeordneten Behörden aufgefordert, unsere Bevölkerung stärker zum Thema Vorsorge für Notsituationen und zu Maßnahmen des Selbstschutzes zu informieren.
Verschiedenste Ereignisse, vor allem Naturereignisse aber auch Sabotageakte, zeigen immer wieder, dass es angebracht ist, wenn man in angemessenem Umfang vorbereitet ist. Wer auf Krisen und Ausnahmesituationen vorbereitet ist, hat bessere Chancen, solche Situationen zu bewältigen. Man kann sich besser um das persönliche Wohlergehen, die eigene Gesundheit kümmern. Vielleicht ist man als Betroffener gefordert, sich der Vermeidung von Sachschäden oder der Beseitigung bereits eingetretener Sachschäden zu widmen.
Als Beispiele kann man den Eisregen im Münsterland (November 2005) anführen. Starke Schneefälle von besonders nassem Schnee führten damals zum Zusammenbruch im Straßenverkehr und ÖPNV. Eisregen führte zum Abriss von Stromleitungen, dem Umsturz von Strommasten und dem großräumigen Ausfall der Stromversorgung.
Wir hatten in Deutschland schon mehrfach Starkwindereignisse. Im Februar 1990 war es der schwere Orkan „Wiebke“, im Jahr 1999 war es „Lothar“, in 2007 „Kyrill“. Im März 2019 sorgte eine Serie von Sturmtiefs in Deutschland
für Böen bis Orkanstärke, in 2020 war es das Orkantief Sabine. Meteorlogen sagen voraus, dass solche Ereignisse zahlenmäßig zunehmen werden.
Manche Regionen in Deutschland haben Erfahrungen mit Starkregen oder Hochwasser machen müssen. Im Jahr 2021 kam es zu einer Hochwasser-Katastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Auch hier waren neben privaten Haushalten vor allem die öffentliche Infrastruktur (Straßen, ÖPNV, Strom) von Schäden betroffen. Ganze Orte waren von der Außenwelt und damit auch von Hilfeleistungen aller Art abgeschnitten.
Zuletzt hat der Stromausfall zum Jahreswechsel 2025/2026 in Berlin gezeigt, wie schnell rund 50.000 Haushalte für fast eine Woche ohne Strom auskommen mussten.
Alle Beispiele zeigen, dass die Versorgung der Bevölkerung mit Strom, Heizenergie, mit Lebensmitteln und anderen lebensnotwendigen Dingen (Medikamente, medizinische Versorgung) sehr schnell ins Stocken geraten oder ganz versagen kann. Heute ist kaum jemand noch Selbstversorger. Gemüsegärten, privat genutzte Ackerflächen sind rar geworden. Kaum jemand hat noch Vorräte im Haus oder eine Ausstattung für besondere Lagen.
Dabei sollte nach den Empfehlungen des Bundesamtes für Katastrophenschutz ( Internetadresse: https://www.bbk.bund.de) jeder Haushalt für zehn Tage autark leben können. Wir verlassen uns zu sehr auf die Angebote des Einzelhandels und die täglichen Nachschubanlieferungen.
Was aber, wenn Eisregen, Überschwemmungen oder Sabotage die Lagerhaltung / Kühlung ausfallen lassen, Nachschublieferungen ausbremsen oder die Kunden gar nicht bis zum Lebensmittelladen kommen? Ohne Strom geht auch im Laden nichts. Die Türen des Ladens öffnen sich nicht,
Kühlwaren verderben, Kassensysteme funktionieren nicht und die Mitarbeiter kommen unter Umständen erst gar nicht bis zur Arbeitsstelle.
Gleichzeitig schließen Kindergärten, Schulen und Arbeitsstätten. Haushaltsmitglieder, welche sonst tagsüber außer Haus und dort verpflegt werden, verweilen dann zu Hause und treiben den Bedarf an Getränken, Nahrung und Energie nach oben. Sonst gewohnte Kommunikationsmittel und Unterhaltungsmedien wie Internet, Telefon, Fernsehen und Mobiltelefon fallen unter Umständen wegen Stromausfall weg. Die Informationsbeschaffung reduziert sich auf batteriebetriebene Radiogeräte. Stromausfall kann zu völliger Dunkelheit führen. Auch in der eigenen Wohnung ein unangenehmes Gefühl.
Fazit:
Wir empfehlen allen Haushalten, sich dringend mit dem Thema „Vorsorge für Krisen und Katastrophen“ zu beschäftigen und Vorräte. Im ersten Schritt reicht schon eine Vorratshaltung für drei Tage.
Was alles berücksichtigt werden sollte, erfährt man ganz leicht anhand der Broschüre „Vorsorgen für Krisen und Katastrophen“, herausgegeben vom Bundesamt für Bevölkerungs- und Katastrophenschutz (BBK).
Die Broschüre kann unter dem Link Download
im Internet heruntergeladen werden.
Wer eine Druckversion der Broschüre haben möchte, kann sich diese von Bekannten ausdrucken lassen. Zudem besteht bis zum 29.Mai 2026 die Möglichkeit, die Broschüre im Rathaus bei Herrn Delp, Telefon 06071/3009-51 oder Mail ordnungsamt@eppertshausen.de anzufordern. Wir sammeln
die Wünsche und veranlassen dann nach dem 29. Mai eine Sammelbestellung einschließlich der Übersendung an ihre Adresse.
Ich bedanke mich für Ihr Verständnis und freue mich über Jeden, der sich mit der Broschüre näher beschäftigt.
Jede Vorbereitung ist wertvoll!