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17.
Februar 2026

Mitteilungen des Bürgermeisters am 17.02.2026

Liebe Eppertshäuserinnen und Eppertshäuser,

Am vergangenen Freitag wurde das Eppertshäuser Rathaus von den Kindern der Eppertshäuser schulen sowie den Kitas gestürmt.
Ich bedanke mich bei allen Besucherinnen und Besuchern, die zum Rathaussturm gekommen sind und mit ihrer guten Laune für eine fröhliche und bunte Stimmung gesorgt haben.

Nie wieder“ war nie aktueller – Mehr als 300 Besucherinnen und Besucher sahen die Ausstellung „Einige waren Nachbarn…“ in Eppertshausen
Mit großem Interesse und spürbarer Nachdenklichkeit ist am 13. Februar die Ausstellung „Einige waren Nachbarn… Täterschaft, Mitläufertum und Widerstand“ in der Bürgerhalle und im Rathaus Eppertshausen zu Ende gegangen. Mehr als 300 Besucherinnen und Besucher informierten sich in der Zeit vom 24. Januar bis 13. Februar über die Mechanismen von Ausgrenzung, Verfolgung und Widerstand während der Zeit des Nationalsozialismus – rund 200 von ihnen nahmen an einer der insgesamt 15 angebotenen Führungen teil, darunter drei Schulklassen.
Veranstaltet wurde die Ausstellung vom Ökumenischen Arbeitskreis der beiden Kirchengemeinden gemeinsam mit der Gemeinde Eppertshausen in Kooperation mit Aktion Lichtblicke e.V. und dem United States Holocaust Memorial Museum. Eingebettet war sie in das Gedenken zum Shoah-Gedenktag am 27. Januar, an dem auch die Eröffnungsveranstaltung stattfand.
Ziel der Ausstellung war es, deutlich zu machen, dass die Schrecken der Vergangenheit nicht fern oder abstrakt waren. „Uns waren, gerade in den Führungen, zwei Dinge wichtig aufzuzeigen“, betont Lutz Murmann, Fachbereichsleiter Soziales der Gemeinde Eppertshausen. „Zum einen, dass das nicht irgendwo passiert ist, dass das nicht irgendwelche Menschen waren. Alle handelnden Menschen damals waren Nachbarn, Freunde, Mitbürgerinnen und Mitbürger. Sie waren Opfer, Täter, Mitläufer und haben Widerstand geleistet – auch in Eppertshausen.“
Besonders eindrücklich wirkte der Augenzeugenbericht von Joseph Moses zur Reichspogromnacht in Eppertshausen, der in allen Führungen zu großer Betroffenheit führte. Auch ein Film, der die öffentliche Demütigung einer 16-jährigen Polin und eines 19-jährigen deutschen Landarbeiters zeigte, die ihre Liebe mit dem Leben bezahlen mussten, erschütterte insbesondere die teilnehmenden Schulklassen. Eine Lehrkraft berichtete: „Die Kids wirkten draußen vor der Tür emotional sehr berührt, insbesondere der Stummfilm habe, so die Meinung einiger Schülerinnen, sehr betroffen gemacht.
Zugleich schlug die Ausstellung bewusst den Bogen in die Gegenwart. „Die Parallelen sind frappierend – und wir dürfen heute nicht die gleichen Fehler machen wie damals. Wegschauen und Schweigen dürfen keine Option mehr sein“, so Murmann. Wieder würden Menschen wegen ihrer Herkunft, ihres Aussehens, ihrer Religion oder ihrer sexuellen Orientierung diskriminiert und ausgegrenzt. „‚Nie wieder´ war nie aktueller als heute.“
Dass die Ausstellung nachhaltig wirkte, bestätigten auch Besucherinnen und Besucher. „Die Anregungen aus dieser Ausstellung wirkten bei mir sehr nach und halfen mir, mich mit der furchtbaren Geschichte auseinanderzusetzen. Das war für mich eine völlig neue Erfahrung – durch die Verknüpfung der Ortsgeschichte mit den Geschehnissen sonst und der Verbindung des Gestern zu heute“, schrieb ein Besucher im Nachgang.
Die Ausstellung zeigte eindrucksvoll: Erinnerung ist keine reine Rückschau – sie ist Auftrag für die Gegenwart. Ich bedanke mich bei den Verantwortlichen der Aktion Zivilcourage, unserem Fachbereich Soziales und bei den beiden Kirchengemeinden für ihr großes Engagement in dieser wichtigen Sache!

Ihr
Stephan Brockmann
-Bürgermeister-