Geschichtliches

Kurzchronik von Eppertshausen

Die geographisch zentrale Lage unserer Gegend in der Mitte Deutschlands und Europas hat sich schon immer günstig auf die Entwicklung des Ortes Eppertshausen ausgewirkt. Viele Völker des Altertums zogen durch unsere Gegend, wie die Bodenfunde im Kreismuseum Dieburg beweisen. Ein prähistorischer Völkerweg schlängelte sich, von Flörsheim kommend nach Stockstadt am Main, am Johannenwald entlang.

Römerzeit

Zur Zeit der Römer durchzogen vier Straßen von Dieburg her nach Norden und Osten unsere Gemarkung zu den Grenzkastellen am Limes. Der Verlauf der Römerstraßen und römische Funde.
Die erste dauerhafte Besiedelung der Gegend erfolgte durch die Kelten. Die Schlackenhügel im Forst Eichen geben Zeugnis von der Eisengewinnung der Kelten. Die Franken nutzten die alten Römerstraßen, um in das dichte Waldgebiet vorzudringen und es zu besiedeln. Die Flurnamen der Gemarkung lassen uns diese Siedlungsstellen erkennen.
Bei der Landnahme durch die Franken wurden nur Felder und Wiesen Privateigentum. Wälder, Weiden, Gewässer und Bodenschätze blieben gemeinsames Eigentum aller. Zur Verwaltung dieser Allmende wurden Markgenossenschaften gebildet. Eppertshausen gehörte zur Mark Babenhausen. Babenhausen war der Mittelpunkt. In diesem Ort amtierte der Märkervorstand mit dem Märkermeister. Hier kamen die Märkerschöffen zum Märkergericht zusammen, um die Markordnung zu beschließen und Markfrevler, die sich gegen die Markordnung vergangen hatten, mit der Markbuße zu belegen. Die Märker von Eppertshausen stellten erst einen und später zwei Märkerschöffen.

836

Nach dem Historiker J. Christian Steiner erscheint Eppertshausen in der ältesten Zinsliste des Klosters aus dem Jahre 836 als ,,Ecgiharteshuson“. Das Waldgebiet, die Abtei genannt, war an die Ritter von Wasen verlehnt. Später kauften die Grafen von Hanau die Abtei.
Die Mark Babenhausen lag im Wildbann Dreieich. Zum Schutze der Südflanke und zur Aufsicht in unserem Ort stand an der Südecke der Kirche eine solche Turmburg. Hier herrschten als Vögte die Herren von Groschlag. Um ihre Turmburg entstand die Ansiedlung ,,Ebrechtshusen“. Sie wurde zum Eigentumsort der Ritter von Groschlag. Nach dem Aussterben der Münzenberger kam die Mark unter die Oberhoheit der Grafen von Hanau.

Um 1300

errichteten die Ritter von Groschlag eine Holzkapelle in öder Wildnis gemäß einer geheimnisvollen Devotion. Leider fehlt jeder Hinweis auf die Ursache dieser Devotion. Als diese Kapelle 1438 baufällig war, wurde die heutige Valentinuskapelle erbaut. Da die Ritter von Groschlag in argen Geldnöten waren, mußte ein Totschläger aus Höchst im Odenwald 400 Gulden zum Bau der Kapelle als Sühneleistung beisteuern.
Die Ritter von Groschlag erkannten bald, daß es für sie in dieser kleinen Grafschaft Hanau keine Zukunft gab. Sie verdingten sich als Burgmannen nach Dieburg. Dieburg gehörte zum Kurfürstentum Mainz. Damit begann der Aufstieg der Familie von Groschlag als Beamte im Kurfürstentum und ein ewiger Streit mit den Grafen von Hanau in dessen Oberhoheit das Eigentumsdorf Eppertshausen der Familie Groschlag lag. Die Ritter von Groschlag versuchten nun Eppertshausen und die Lehensorte Hergershausen und Sickenhofen aus der Oberhoheit von Hanau zu lösen und sich der Oberhoheit des Erzbischofs von Mainz zu unterstellen.

1355

Im Jahre 1355 wurde das geltende Märkerrecht zum ersten Mal im Babenhäuser Weistum schriftlich niedergelegt. Oberste Märker und damit Schutzherren der Mark waren die Grafen von Hanau. An zweiter Stelle folgten die Ritter von Groschlag zu Dieburg.
Das Kloster Seligenstadt hatte mit Wald und Ländereien Anteil an der Mark. Der Abt war Mitmärker, aber ohne größere Sonderrechte. Das Kloster hatte seine Äcker an die Bauern verpachtet.

1. Mai 1504

Nach langen und heftigen Auseinandersetzungen, selbst vor dem Reichskammergericht, erreichte der Erzbischof von Mainz am 1. Mai 1504 auf dem Reichstag zu Augsburg beim Kaiser Maximilian I. auf Bitten des Ritters von Groschlag einen Freiheitsbrief, der die drei Ortschaften dem Zentgericht Dieburg und somit der Oberhoheit von Mainz zuteilte. Doch auch die Grafen von Hanau hatten ein gutes Verhältnis zum Kaiser.

7. Juli 1507

Beim Reichstag zu Konstanz am 7. Juli 1507 beklagte sich Philipp von Hanau beim Kaiser, daß seine alten Rechte in der Mark Babenhausen sehr stark beschnitten wurden. Daraufhin entschied der Kaiser, daß die wirtschaftlichen Belange bei der Verwaltung der Mark mit Hausdurchsuchungen in den drei Orten durch das Märkergericht geregelt wurden. Die politischen Belange wurden durch das Zentgericht Dieburg entschieden. Diese unglückselige Gewaltenteilung brachte in den kommenden Jahrhunderten viel Streit und viel Leid für die Bewohner der drei Orte.

1521

Im Jahre 1521 wurde in der Ansiedlung die erste Kirche des heiligen Sebastian errichtet. Eine Pfarrstelle konnte aber nicht geschaffen werden.
Kaiser Karl V. bestätigte durch einen neuen Freiheitsbrief am 21. Oktober 1547 die bestehenden Verhältnisse. Durch die Zugehörigkeit zur Oberhoheit von Mainz blieb Eppertshausen, abgesehen von kurzen Unterbrechungen, auch nach der Reformation katholisch.

30 jähriger Krieg

Im 30jährigen Krieg wurde die Mark Babenhausen von einem Regiment des Herzogs von Sachsen-Lauenburg heimgesucht. Eppertshausen hatte 400 Reichstaler aufzubringen. Etliche Häuser wurden zerstört. Der Ort erholte sich nur sehr langsam von den schlimmen Folgen des Krieges.
Die Familie Groschlag gelangte durch Heirat in Verwandtschaft mit dem mächtigen Adelsgeschlecht von Schönborn. Nun erreichte die Familie Groschlag hohe Staatsposten im Kurfürstentum Mainz. Die Grundherren bemühten sich, für ihren Ort Eppertshausen bessere wirtschaftliche Bedingungen zu schaffen.

25. September 1705

erhielt die Familie Braunwarth vom Grundherren die Erlaubnis, ganz allein im Ort auf ihrer „Hofraith“ Bier zu brauen, Branntwein zu brennen und auszuschenken.

1730/40

wurde die baufällige Kirche abgerissen und eine neue Kirche gebaut.
1750 folgte das Pfarrhaus. Gleichzeitig wurde Eppertshausen eine selbständige Pfarrei.

1790/92

Die jüdische Synagoge soll in dieser Zeit in der Schulstraße 35 errichtet worden sein. Eine Skizze dieser Synagoge stammt von Peter Krickser.

1799

1799 starb die Familie von Groschlag zu Dieburg im Mannesstamm aus. Die Tochter, die Gräfin von Lerchenfeld-Köfering erbte Eppertshausen.

1802

Durch den Reichsdeputationshauptschluß kam 1802 Eppertshausen unter die Oberhoheit des Fürsten von Isenburg-Birstein. Der Fürst bürdete dem Ort eine ungeheure Schuldenlast auf. Durch den Wiener Kongreß wurde Eppertshausen dem Großherzogtum Hessen-Darmstadt zuerkannt. Die großherzogliche Regierung teilte die Mark Babenhausen unter die Markgemeinden auf. Die Abtei und der Oberwald wurden Gemeindewald von Eppertshausen.

1825-32

In den Jahren 1825-32 wurde die baufällige Kirche abgerissen und die heutige Kirche im klassizistischen Stil wieder aufgebaut. Die Pläne zu diesem Bau lieferte der Landesbaumeister Georg Lech, ein Schüler des Darmstädter Baumeisters Georg Moller. Das Bauwerk stellt sich uns in ausgewogenen Formen dar, aus denen die gelungenen Maße von vollendeter Harmonie sprechen. Es steht unter Denkmalschutz. Neubürger finden schnell Anschluß an diese lebendige und sehr aktive Pfarrgemeinde.
Die großherzogliche Regierung bemühte sich, die wirtschaftlichen Verhältnisse zu verbessem. Die ersten Töpfer kamen in das Dorf. DieTöpferei nahm ihren Aufschwung. Die Straßen zwischen den Ortschaften wurden gebaut. Die Bauern wurden frei. Durch dieIndustrialisierung fanden immer mehr Bewohner Arbeit und Brot in den Fabriken. Der Strom der Auswanderer versiegte allmählich.
Nachdem die Mark Babenhausen in Eppertshausen in den Jahren 1886/88 eine zweite Markziegelhütte errichtet hatte, ließ die Familie von Groschlag durch Thomas Enners aus Dieburg im Oberwald eine Ziegelhütte mit Hofgut errichten. Heute ist diese Ziegelhütte, die“Thomashütte“ ein beliebtes Ausflugsziel und eine bekannte Speisegaststätte.

1895

Der Bau der Eisenbahn 1895 öffnet den Ort der neuen Zeit. Viele Pendler fuhren in die Fabriken der Nachbarstädte. Sie brachten den modernen Zeitgeist in das Dorf.
Nach dem 1. Weltkrieg entstand die erste Fabrik, eine Schamottefabrik, in Eppertshausen.

1925

wurde das Gas durch elektrischen Strom ersetzt. 1930 wurde die Wasserleitung verlegt. Die Herstellung von Lederwaren kam zu voller Blüte.

2. Weltkrieg

Den 2. Weltkrieg überstand der Ort ohne Zerstörungen. Jedoch die Gefallenen des Krieges haben tiefe Wunden hinterlassen. Doch zum Klagen blieb keine Zeit. Neue Schwierigkeiten mußten gemeistert werden.
1946 traf die erste Gruppe von Heimatvertriebenen im Ort ein und viele folgten ihnen nach. Sie wurden aufgenommen und in die Gemeinde integriert. Durch den immensen Zuzug mußten die kommunalen Einrichtungen erneuert werden.

1908

Seit 1908 besteht im Ort ein Kindergarten der von katholischen Ordensschwestern geführt wurde. Von 1961 an ist der Caritasverband der Träger. Im Jahre 1972 wurde das Angebot an Kindergartenplätzen von der Gemeinde durch einen weiteren, gemeindeeigenen Kindergarten erweitert. Eine moderne Sozialstation umsorgt die Kranken und Hilfsbedürftigen.

1961

erhielt die Feuerwehr ein neues Gerätehaus mit den modernsten Löschgeräten. Im Jafeuerwehr[1]hre 1977 wurde hier der 1. Löschzug, Retten im Katastrophenschutz“ stationiert.

 

 

1965

1965 wurde die Mehrzweckhalle ihrer Bestimmung übergeben. Sie dient der Schule wie den Vereinen gleichermaßen. Bereits 1958 war war der erste Bauabschnitt der Volksschule fertiggestellt. Im dritten Bauabschnitt kamen nochmals 15 Säle hinzu. Heute ist der Grund- und Hauptschule eine Förderstufe und ein freiwilliges 10. Hauptschuljahr mit der Möglichkeit, den Realschulabschluß zu erreichen, angeschlossen. Weiterführende Schulen befinden sich im nahen Münster und Dieburg.

1965

trat die Gemeinde dem Wasserverband, Gruppenwasserwerk Dieburg bei. Die Kläranlage wurde erstellt.

1966-76

Seit 1966 gibt es in Eppertshausen eine selbständige Evangelische Kirchengemeinde. Schon 1967 konnte die junge Gemeinde ihr Gemeindehaus einweihen und mit regem Leben füllen. 1976 wurde eine Pfarrvikarstelle eingerichtet. Heute gibt es im Ort eine lebendige Evangelische Kirchengemeinde mit einer großen Vielfalt an Aktivitäten für jedermann.evkirchenhaus[1]

 

1974

Bei der Gebietsreform gelang es, dem Ort seine Selbständigkeit zu erhalten.

1980

Einweihung des Sportzentrums

1983

wurde die Großsporthalle eingeweiht. Nun ging man daran den Franz-Gruber-Platz zu gestalten. Die ersten Geschäfte und Wohngebäude wurden errichtet.

 

1986

Die Gemeinde feiert Ihr 1150 jähriges Bestehen 836 – 1986 mit einem großen jahrfeier[1]Jahrmarkt der Jahrhunderte und einem historischen Festzug.

 

 

1987

konnte die Gemeindeverwaltung in das neue Rathaus einziehen.gemeinde[2]

 

1989

Luftbild von Eppertshausen mit der neuen Umgehung durch die vierspurig ausgebaute Bundesstraße B45 im Vordergrund und links.luftbild[1]

 

 

1996

Die Entwicklung der Bevölkerung von 1740 bis 1996.entwicklung[1]

 

 

2002

steht die Erschließung des Baugebietes „Auf der Bayerswiese“ an. Durch dieses Teilstück wird die Bebauung zwischen dem Ortskern und dem Ortsteil „Failisch“ begonnen.
Ein weiterer Schritt zur Verbesserung als Gewerbestandort im Großraum Rhein-Main ist die Umsetzung des Bebauungsplanes „Nördlich des Ziegelhüttenweges“.

2007

Das Gewerbegebiet „Park45“ wird seiner Bestimmung übergeben. Hier stehen insgesamt 20 Hektar Gewerbefläche zur Vermarktung zur Verfügung.

2008

Die Gemeinde Eppertshausen erschließt derzeit das Wohnbaugebiet „Im Eichstumpf“. Das Baugebiet hat eine Größe von ca. 6,5 ha und bildet einen Lückenschluss zwischen der bebauten zentralen Ortslage und dem Wohngebiet „Im Failisch“. Die Erschließungsmaßnahmen sind bis zum Jahresende 2008 fertig gestellt.

2009

Mit den Hochbauarbeiten wurde im ersten Quartal 2009 begonnen.
Zeitgleich zur Baugebietserschließung wird eine neue Bushaltstelle Eppertshausen-Ost errichtet, die das Wohngebiet „Im Eichstumpf“ und das „Faillisch“ direkt an den ÖPNV anschließt.

Der Individualverkehr hat über die Bundesstraße B 45 eine gute Anbindung in den Ballungsraum Frankfurt/Offenbach/Hanau sowie nach Darmstadt und nach Aschaffenburg.

Durch diese günstigen Voraussetzungen bietet die Gemeinde Eppertshausen nicht nur als Wohnort sondern auch als Gewerbestandort beste Chancen für ein erfolgreiches Wachsen und Gedeihen von Unternehmen.

2010-2012

Die bisherige Mehrzweckhalle „Im Niederfeld“ soll durch Beschluss der Gemeindevertretung durch eine neue Bürgerhalle auf dem seitherigen Festplatz an der „Waldstraße“ ersetzt werden.
Neu integriert wurde in die Planung ein Jugendtreff. Der zur Zeit noch benutzte Jugendcontainer wird nach dem Einzug in die neuen Räume nicht mehr benutzt werden und soll einer anderen Nutzung überlassen werden.
Mit der multifunktionellen neuen Bürgerhalle werden die Wünsche der Ortsvereine, der Schule und auch der Nutzung für private Veranstaltung umgesetzt. 
Am 21. August 2010 erfolgte der Spatenstich auf dem alten Festplatz. Die Rohbauarbeiten für das Gebäude sind bis November 2010 abgeschlossen worden. Die Fertigstellung ist für Mitte Dezember 2011 geplant.

2012

Am 14. Januar 2012 wird die Bürgerhalle im Rahmen eines Festaktes durch den Hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier ihrer Bestimmung übergeben.Brgerhalle-Ansicht_dba3e21bac[1]

 

 

 

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